do-romania

Monday, November 20, 2006


Godot, der nicht kommt, Vladimir (Didi), Estragon (Gogo), Pozo und das "Schwein". Vor allem letzterer, so authentisch gespielt, dass man zwischen dem Schmerz, der der Figur zugefuegt wird, und dem Schmerz des Schauspielers nicht mehr unterscheiden konnte.
Das neu eroeffnete Theater Metropolis kann sich sehen lassen. Die Lage ist ja schon sehr gluecklich gewaehlt, naemlich bei mir quasi um die Ecke...
War diese Auffuehrung von Warten auf Godot auf Deutsch das Jungfernstueck dieses jungen Theaters? Ja, ich glaube...
Due Buehne ist mitten im Publikum, gespielt wird nach beiden Seiten, wie im antiken griechischen Theater, heisst es.
Das Buehnenbild... Vier verschieden lange Stege, auf denen SCHUHE plattgedrueckt und angekleistert waren. Die abgetretenen Schuhe bedecken die ganze Oberflaeche dieser Stege, die Schauspieler treten darauf. Ein gutes Bild, wie ich finde, fuer das Warten, die Zeit die dabei verfliesst. Dadurch, dass die Schuhe bunt, von verschiedensten Groessen und Modellen und Sorten waren, kommt vielleicht etwas von der Universalitaet und Allgemeinmenschlichkeit dieses Wartens, dieses sinnlosen Daseins ins Spiel.
Jedenfalls, ich kann nicht behaupten, dieses Stueck sei leichte Kost. Es ist unglaublich, wie konsequent darin vermieden wird, etwas zu erzaehlen. Schliesslich ist ja Wartezeit etwas, das man unbemerkt werden laesst, indem man Geschichten erzaehlt, an Vergangenes erinnert. Sobald es narrativ wird, vergeht die Zeit leichter. Die Narration waere die Erloesung. Und genau das passiert hier nicht. Es geht um ein nacktes, ausgeliefertes Warten, von dem keine Biographie, kein Ereignis ablenken kann. Die Stagnation wird punktiert von den Wiederholungen der immer selben Worte: Aber wir koennen nicht gehen, aber warum nicht, weil wir warten...
Intriguing indeed...
Hinzu kommt, dass ich das Stueck schon einmal gesehen habe, aber wo und wann ???

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