Le Nozze di Figaro la Opera Nationala
Mit Elektra, Des, Justine und Courtney in der Oper. Am Freitag.
Elektra hat uns alle abgeholt und wir sind zusammen hingefahren. Eine sehr heitere Fünfergruppe. Des war, wie immer, sehr lustig. Ich stand ein wenig im Vordergrund, befürchte ich, weil ich mit Elektra immer wieder Griechisch gesprochen habe, manchmal auch übersetzt habe. Das hat mich natürlich gleich ein paar cm höher wachsen lassen. Des hat mich auch ganz konsequent einen bighead genannt. Ich dachte, er meint Wasserkopf, aber er hat es dann richtig gestellt: eingebildet. Stimmt auch, ich freu mich wirklich sehr, dass ich schon als Gesprächspartner auf Griechisch etwas tauge. Man muss allerdings hinzufügen, dass ich bei Elektra unglaublich sicher bin, sie bestärkt mich in allem, was ich sage, und nur mit ihrer Rückendeckung klappt es. Sie ist ein wunderbarer Mensch.
Wir haben uns gegenseitig geholfen, die Oper zu verstehen. Sie kannte viele Hintergründe und ich konnte die rumänischen Übertitel lesen.
Das Libretto basiert ja auf einer Geschichte von Beaumarchais und es wird darin die französische Aristrokratie am Vorabend der Französischen Revolution porträtiert (bei Mozart/ da Ponte spielt die Handlung in Sevilla). - H Γαλλική Επανάσταση
Das Porträt ist wenig schmeichelhaft - Elektra meinte, in Frankreich habe es ein Aufführungsverbot gegeben für diese Oper, bis sie dann in einer milderen Version erschien.
Das Recht des Grafen auf die erste Nacht mit den jungen Bräuten seiner Untertanen - dieses Recht hat der Graf Almaviva eigentlich abgeschafft, aber er macht dann doch davon Gebrauch (der Fall von Barberina in der Oper, die Cherubino geheiratet hat), oder davon Gebrauch machen will (im Falle von Susanna, Figaros Braut). Doch in der letzten Nachtszene erreicht die Verwicklung ihren Höhepunkt und alles löst sich friedlich auf und die richtigen Paare finden zueinander.
Cherubino - ein Jugendlicher, flatterhaft wie ein Schmetterling, von einem sinnlichen Abenteuer zum nächsten fliegend. Der Mezzosopran, der ihn gespielt hat, war sehr sehr gut. Ich finde die Geschlechterverwirrung sehr "würzig". Es ist ja so gemeint, dass er von einer Frau gespielt wird. "Er" macht sich auch an alle Frauen auf der Bühne ran, und alle seine Angebeteten haben einen soft spot for him, lassen ihn gewähren, lassen sich streicheln, Küsse abgewinnen, usw... But, at the end of the day, was man da sieht, sind kleine erotische Spiele zwischen zwei Frauen. Die Piquanterie der ganzen Sache war bestimmt von Anfang an im Stück angelegt. Das Stück bringt somit kleine homoerotische weibliche Szenen auf die Bühne, die aufführungstechnisch legitimiert sind.
Dann verkleidet man Charubino aber als Frau - eine Frau spielt einen Mann, der wiederum eine Frau spielt. Frage mich, ob man das weiterdenken kann, und was dazu geschrieben worden ist.
Die Regie war auch sehr erfrischend, finde ich.
Die Arie in der Figaro das weibliche Geschlecht verwünscht (Aprite un po' quegli occhi), war sehr lustig. Figaro steigt von der Bühne ab in den Parkett, das Publikum wird in ein weiches Licht getaucht, und Figaro singt unmittelbar zu uns. Die imprecaciones gegen das doch so verdorbene Weib an sich trägt er so aufgebracht vor... er packt plötzlich einen Mann aus dem Publikum beim Kragen und singt ihm vor, sich nicht von den Weibern an der Nase eine Frau aus dem Publikum auf und verlässt den Saal ganz pikiert. Alles Regie natürlich - das für einen guten Lacher gesorgt. herumführen zu lassen. Der Text wird schlimmer und schlimmer und plötzlich steht eine Frau aus dem Publikum ganz pikiert auf und geht.
Tiberiu Soare hat die musikalische Führung gehabt - und ich habe auch zwei Leute aus dem Musik-Kurs aus der Fundatia Calea Victoriei dort getroffen.

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