do-romania

Friday, October 27, 2006

Heiner Muellers "Hamletmachine" im Odeon

Gestern Abend Heiner Muellers Hamletmachine im Teatrul Odeon.

Lange habe ich kein so theatralisches Theater mehr gesehen. Hamlet hat die ganze Zeit nur geschrien und gejammert. Ein riesiger Urhpendel brach von Zeit zu Zeit in den Buehnenraum ein und brachte das Spiel zum Erfrieren. Die Musik auf der Buehne, zum Teil live, verfiel aus einem Register ins andere.

Das Schoenste an der Auffuehrung war Horatio, der von einem Baletttaenzer gespielt, oder besser: getanzt wird. Das erste Mal betritt er die Buehne zu einer Arie von ich weiss nicht wem, "Lascia ch'io pianga", die wunderschoen ist. Er symbolisiert alles das, was nicht die Maschine ist, in die Hamlet sich verwandeln moechte, er ist das Leben, die Leichtigkeit, die Bewegung im Fluss im Gegensatz zu dem abgehackten Zappeln der Maschine.

In einem der beeindruckendsten Monologe Hamlets beschreibt er eine Revolution im Werden, die spontane Zusammenkunft der Massen, die sich auf das Regierungsgebaeude zu bewegt, um dort den Sprecher auf dem Balkon auszupfeifen. Klassische Situation, hier in Rumaenien auch leicht nachzuvollziehen. Das Interessante ist, dass Hamlet sich nicht entscheiden kann, auf welcher Seite er steht, ob er mit den Massen mitgeht und demonstriert oder ob er von dem Balkon der Macht aus auf die Massen herabschaut und sich vor der entfesselten Volkswut hinter den gepanzerten Tueren des Regierungsbalkons in Sicherheit bringt. Dieses Hin- und Her seiner Perspektive ist der Grund fuer seinen Zusammenbruch schliesslich.

Der Onkel traegt am Ende eine rote Generalstunika und seine Gesten und sein Nuscheln erinnerten mich an Ceausescu. Es wird also klar, wogegen Hamlet rebelliert.


Thursday, October 26, 2006

Buchtipp

Tim Parks: Stille http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2198703,00.html

Sunday, October 22, 2006

... und postiert sich schliesslich am Fusse des bezwungenen Berges als erfolgreiche Ueberleberschar des "Gipfeltreffens". Was danach geschah, ist leider auf keinem Foto zu sehen, es wuerde ja auch unserem taffen Image schaden, aber verraten werde ich es tortzdem. Nach den sieben Stunden Wanderung bergab, kaum in der Zivilisation angekommen, zwaengten wir uns naemlich alle in zwei Taxis und fuhren ins naechstbeste Restaurant nach Bran. Und das ist das Ende der Geschichte.
... laesst die bedrohlichen Berggespenster zurueck,


... findet sich zum Kleingruppenfoto zusammen,



Die wackere Truppe, der wir uns angeschlossen haben, ueberwindet ihre eigene Hoehenangst,



Der Nebel lichtet sich und gibt endlich die Sicht auf die Valea Gaura frei, da geht's hinab.


Uebernachtung in der stockdunklen engen Cabana zusammen mit mind. 50 weiteren Wanderern (einige verliebte Paerchen, der einsame Deutsche, zerstrittene Geschwister, versprengte Kletterer, betrunkene Bukarester, schweigende Kartenspieler, der erstaunlich fitte Opa).
Am naechsten Morgen, der Blick zurueck auf die Cabana, einsam auf dem Bergesruecken.




Wir entfernen uns wieder vom Kreuz Richtung Omu-Gipfel. Wir wollen vor Einbruch der Dunkelheit in der Berghuette auf dem Gipfel ankommen.





Unterwegs zum Kreuz

Und da wir schon bei Namen und ihrer Macht sind. Dieses Bild versteht man nur, wenn man weiss, dass der Mann in der Mitte Cross heisst, Steven Cross...
Hier faengt der Wanderweg zum Caraiman-Kreuz an, der nicht ganz ungefaehrlich ist, wie man dem Bild entnehmen kann.

Wie zum Beispiel dieser Stein, der, wie ich finde, "Joystick" heissen muesste - mit dem Vorteil, dass auch englische Zungen den Namen richtig aussprechen koennten.


Aussicht aus der Seilbahn
















Der Sphinx (rumaenisch ist die Sphinx tatsaechlich maskulin) ist eine natuerliche Kalksteinformation im Bucegi-Gebirge. Ausser dem Sphinx gibt es noch die "Babele" ("Die Greisinnen" - fuer die politisch Korrekten wohl eher "Die Seniorinnen"), die aber weniger spektakulaer sind. Meine beiden Reisegefaehrten, Meriel und Steve (im Bild) sagten so schoen anglizisiert "the babbeley", was mir noch im Ohr nachklingt, weil es so sympatisch klingt.
Ohne einen inspirierten Namen waeren diese Gesteine wohl nie so populaer geworden. Es gibt auch andere Felsen da oben, die wie Pilze aussehen oder wie Regenschirme, aber ueber die verliert der Lonely Planet kein Wort, weil sie keinen Namen haben. Das brachte mich also zur Einsicht darin, was fuer eine Kraft doch in einem Namen steckt.

nachher...
Aussicht von dem Kreuz auf Azuga, Nachbarort von Busteni

Busteni - Varful Omu (2504m) - Bran

vorher ...

Busteni, Blick in die Hoehe auf das Kreuz Caraiman
























Hallo,

mein Blog ist eine Baustelle, wie nicht weniges um mich herum momentan. Ich schau mal, was sich machen laesst.